Steinbruchrunde Gross-Reipersdorf

von Bernhard Renner

Das sonnige Wetter lockte uns heute nach Pulkau, Gross-Reipersdorf. Eine kurze Wanderrunde vom und zum Prachtsteinbruch und vorbei an der Muschelhöhle.

Unser Ausgangspunkt war die Zufahrtsstrase zum Prachtsteinbruch bei Gross-Reipersdorf. Von hier aus marschierten wir zum Steinbruch und schauten uns ein wenig um. Denn erste im April vorigen Jahres, waren wir im Zuge eines Radausfluges hier vorbei gekommen - Radtour ins Weinviertel. Die Temperaturen lagen heute bei nur knapp über Null Grad, sodass wir uns hier nicht lange aufhielten uns sogleich der zuvor geplanten Wanderroute weiter folgten.

Vorbei an den alten Gemäuern des Steinbruchbesiedelung ging's weiter in Richtung Roggendorf/Klein Jetzelsdorf. Die Sonne und der blaue Himmel liessen die zur Zeit noch karge Landschaft doch wunderbar anssehbar machen. Und der kalte Wind, der stetig zunahm ... über den sahen wir hier noch drüber hinweg.
Der Weg führt durch Weingärten und Waldstücke - wobei ich Wald hier nicht direkt sagen möchte. Eher Agrarstücke mit Baumbestand - trotzdem lässig anzusehen. Immer wieder ergeben sich Möglichkeiten rein ins Weinviertel zu blicken. Die Kirche von Wartberg, an markanter Erhebung. Oder die Kirchtürme von Roggendorf oder Röschitz.

Schon bald kommen wir an einen Abzweiger mit einem Hinweisschild „Muschelhöhle“. Kannten wir nicht ... also gingen wir doch einfach mal hin. Und siehe da, der kurze Umweg hat sich gelohnt. Wir standen nun vor der mit einem Eisengitter abgesperrten Muschelhöhle. Doch trotz Absperrung kann man erkennen oder erahnen, was denn hier die Sehenswürdigkeit ist. Und eine Informationstafel verrät natürlich noch ein wenig mehr.

Wir stehen also vor der „Patellenhöhle“ oder „Muschelhöhle“. Der eigentliche Name leitet sich wohl von den Schalenablagerungen ab - Schalen von Napfschnecken, Sattelmuscheln, Austern und Kammuscheln. Die Napfschnecken oder aber auch Patellen sind die Namensgeber der Höhle.
Hier befand sich einst ein subtropisches Meer und dieses hinteliess uns die vielen typischen Ablagerungen der Küste die sich vor etwa 20 Millionen Jahren zwischen Znaim und Manhartsberg erstreckte. Einst war die Küste zerklüftet und im flachen Meer entstanden Seegraswiesen, in denen Seekühe weideten. Hier wurden Rippen dieser Tiere gefunden und in Kühnring bei Eggenburg vollständige Skelette.

Nachdem wir unsere Neugier gestillt hatten ging's wieder weiter.
Der Weg führt wieder durch Weingärten, vorbei an Bienenstöcken und einer Sammelstelle mit Information über mögliche Wanderwege und den Weinviertler Radweg. Den, so denken wir, werden wir wohl auch noch radeln.

Das letzte Stück nach Gross-Reipersdorf ist wohl auch einfach zu gehen, aber völlig ungeschützt. Der Wind hat zugelegt und so fühlte sich der stetig zunehmende Wind immer kälter an. ... dieses Stück des Weges war wohl eher nicht so schön - wetterbedingt. Die Wolken zogen zu aus dem anfangs blauen Himmel wurde schön langsam grauer Himmel.
Trotzdem liessen wir uns nicht negativ beeinflussen und genossen auch noch den letzten Kilometer, bis wir wieder - vorbei am alten Pulkauer Bahnhofsgebäude - zurück beim Auto waren.

Alles in allem eine wunderschöne angenehm zu marschierende Runde - nicht anstrengend, leicht zu gehen. Mit 9 km und kaum Höhenmeter auch ideal für Jung und Alt.

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