Naturpark Sparbach

Naturpark Sparbach 5.7.2016

Dienstag den 6.Juli verschlug es Sonja und mich von Wien/Flughafen kommend in den Wienerwald - genauer gesagt in den Naturpark Sparbach. Der Naturpark Sparbach ist der älteste in Österreich und liegt im südlichen Wienerwald nur unnah von Mödling entfernt - ein Katzensprung von der Autobahn entfernt und kann, soviel vorab, in einem halben Tag ohne weiteres besucht werden.
Wir selbst waren von mittags bis am frühen Nachmittag unterwegs - gesamt, so schätze ich etwa 3 bis 4 Stunden gemütliches Marschieren und Geniessen.

Hindurch durch den sehr einladenden Eingangsbereich betreten wir ein Areal von sehr sehr grossem Ausmass. Was sofort auffällt, aber auch im Vorfeld sehr gut angeführt ist: die Wildschweine laufen hier frei herum! Was zu Beginn etwas ungewöhnlich erscheint gefällt uns aber dann rasch recht gut - denn wo kommt man schon (fast) ohne Angst einer Wildschwein-Familie so nahe? Genau - hier schon :-)

Die Wege sind allesamt sehr gut und einfach begehbar, sodass wir uns für einen "Rundgang" entschieden - das erste Ziel sollte die Ruine Johannstein sein.
Die Burgruine steht da seit dem 12.Jahrhundert und wurde in den Jahren 1995 bis 2000 soweit befestigt, dass diese auch besuch- und begehbar ist.

Auf dem Weg dorthin kommen wir auch an einem zentral angelegten Teich vorbei an dessen Ufer eine Wassermühle angebaut wurde. Nur wenige Gehminuten weiter gelangt man an ein, für Kinder sicherlich herrliches Erlebnisparadies ... der Abenteuerspielplatz ist von jung und alt sehr gut besucht und lockt auch immer wieder neue Gäste an.
Fast daneben, auf eine Böschung, die Hubertuskapelle und im Anschluss ein Baumlehrpfad. Dieser Baumlehrpfad zeigt einiges an Gehölzen mit Krankheiten und/oder anderen abnormen Auswüchsen. Was aber auch schon hier auffällt: überall Baumriesen. Eine solche Vielzahl an überdicken gesunden Bäumen hatte ich zuvor noch niergends gesehen!

Nach der Burgruine Johannstein war das nächste Ziel die Köhlerhausruine.
Den Weg dorthin konnten wir wieder über mehrere Möglichkeiten wählen - so wie im ganzen Park führt so ziemlich jeder Weg überall hin - teils direkt, teils über Umwege - verlaufen aber kann man sich dort definitiv nicht. Wir wählen den etwas leichteren Weg mit einem Abstecher zur Fürstenföhre und dem Dianatempel.

Die Fürstenföhre steht schon über 100 Jahre am Rande der Dianawiese und ragt mit seinem dicken Gehölz unübersehbar in den Himmel. Ich konnte mich gar nicht satt sehen - ... was aber mag dieser Baum schon alles gesehen haben? Diese Föhre ist wohl mit Abstand die älteste auf dem Areal, aber sicherlich gut gefolgt von vielen vielen Nachahmern, in Buche- oder auch Eichenform. Auch hier heroben fällt die grosse Anzahl an Baumriesen auf.

Gleich neben der Fürstenföhre erhebt sich der Dianatempel, den Fürst Johann von Liechtenstein erbauen liess. Eine Infotafel, die vor den Gemäuern steht, beeinhaltet einen Satz, den ich hier gerne wiedergeben möchte:
„Das großartige an diesem Turm ist, dass er vollkommen nutzlos ist“

Ein kurzer Aufenthalt unter der grossen Baumkrone der Fürstenföhre und schon ging's wieder weiter ...

Die letzten hundert Meter bis rauf zur Köhlerhausruine sind dann etwas erschwerter zu gehen - wenn auch nicht schwer ... einfach mal nur bergauf. Aber oben angekommen, merkt man, dass sich nach einigen weiteren Treppen rauf auf die Ruine, der Anstieg gelohnt hat! Der Ausblick rein ins Land - Wienerwald von oben.

Nach einer etwas längeren Rast oben auf dem Ruinengelände machten wir uns wieder auf den Rückweg. Wir wählten wieder eine andere Route - den direkten Weg zum Anschluss an den Ausgangs-weg.
Aber auch beim Rückweg konnten wir einige Impressionen des Waldes mitnehmen - die Wildschweinfamilien, die sich hier sichtlich sauwohl fühlen.

Die Auswahl auf diesen Naturpark hatte Sonja am Dienstagfrüh gemacht - und ich/wir können sagen, dass es die richtige Wahl für einen Kurzausflug war!
Der Park ist sehr leicht zu begehen, wenn auch einige Steigungen drinnen sind - doch sich diese, dank der sehr guten Wege, leicht begehbar. Festes Schuhwerk? Nicht unbedingt notwendig, aber sicherlich von Vorteil. Zeit? Ja, Zeit sollte man sich auf alle Fälle nehmen, auch wenn die Durchwanderung nicht allzulange dauert. Abschalten, Ausspannen, Geniessen » das bietet der Naturpark Sparbach!

Für die Familien unter euch: Kinderwagenfreundliche Wege bis hin zum Abenteuerspielplatz. Danach grundsätzlich noch immer, wenn auch zum Schieben schon etwas anstrengender - aber durchaus bis rauf zur Ruine Johannstein ohne Probleme möglich. Der weitere Anstieg zu Köhlerhausruine wird dann mit Kinderwagen schon etwas heikler ...

sonnigen Gruss von
Sonja & Bernhard