Albanien 19.09. - 01.10.2014

Albanien 19.09. - 01.10.2014

„Warum Albanien?“ wurde ich im Vorfeld immer wieder gefragt, das ist doch kein Urlaubsland und viel zu gefährlich sei es angeblich auch. Ich habe im Vorfeld viel gelesen, vor allem Reiseberichte von Individualreisenden mit Wanderschuhen, Fahrrad, Motorrad, Offroadauto oder Wohnwagen – eigentlich alle haben von der wunderschönen Landschaft geschwärmt und den freundlichen Leuten. Für mich war klar, dass ich alleine nicht reisen wollte, aber es ergab sich die Möglichkeit, mich einer kleinen Gruppe anzuschließen – so waren wir 3 Autos, 6 Leute, 2 Hunde – eine ideale Besetzung…

Am 19.9. ging es also nun los, um ca. 8.30 Uhr war ich bei Willi, mein Beifahrer für diese Tour. Bi 9 Uhr war alles verstaut wir konnten starten.

Zunächst wurden Kilometer gemacht – wir fuhren über die Südautobahn Richtung Italien – unser vereinbarter Treffpunkt mit Marie, Koal, Boon, Dani und Stefan war ein Standplatz beim Largo di Predi. Über eine Schotterstraße gelangten wir zu den vereinbarten Koordinaten. Den Großteil der Strecke kannten wir schon, weil wir bei dem wunderschönen See bereits vorbeigefahren waren als wir zum Land Rover Treffen ins Soca Tal fuhren, aber diese Gegend ist einfach immer einen Besuch wert.

Wir waren die ersten am Treffpunkt und begannen mit dem Aufbau des Nachtlagers und machten Feuer. Gegen Abend trafen dann Marie, Koal und Boon ein end etwas später noch Dani und Stefan – der erste Abend ging am Lagerfeuer zu Ende….

Am 20.9 fuhren wir weiter über Udine – Triest – Rijeka zum Autocamp Raca in Kroatien – dort ergatterten wir einen Stellplatz direkt am Strand. Nach eine Tag im Auto freuten wir uns, ins Meer baden gehen zu können. Die Zelte und Betten wurden aufgebaut, eine Tafel von Campingtischen errichtet und wir genossen einen tollen Sonnenuntergang.

Die Abwicklung am Stellplatz erfolgte dank Marie sehr rasch und unkompliziert. Die Duschen und Toilettanlagen waren in Ordnung, der einzige Wehrmutstropfen war, dass Feuermachen nicht erwünscht ist.

Am 21. September wurden wieder Kilometer gefressen – vom Camp Raca ging es nach Beljecak. Um uns 2 Grenzübergänge zu ersparen, fuhren wir mit der Fähre nach Tripanja, wo wir den erst besten Campingplatz aufsuchten. Wieder war der Platz direkt am See, allerdings konnten wir keinen direkten Strandplatz bekommen, aber unter Palmen bauten wir wieder unsere Zelte und Betten auf, und lauschten den Goldschakalen, die im angrenzenden Wald heulten….

Am 22. September ging es über die Küstenstraße nach Dubrovnik. Wir versuchten einen Parkplatz zu ergattern, aber da sehr viele Touristen unterwegs und alle Parkplätze überfüllt waren, entschieden wir uns weiterzufahren. Zunächst nach Montenegro und dann weiter nach Albanien…

Ca. 20 km nach der Grenze fuhren wir zum Camp Resor Lake Shkodra – wie der Name schon sagt, am See Shkodra.

Ein wunderschöner, sehr gepflegter Platz, der seit einiger Zeit von einem Engländer geführt wird. Bei der Anmeldung gab es einen kleinen Kiosk, bei dem ich mich mit albanischen Brandy und Süßigkeiten eindeckte. Als die Zelte und Betten aufgebaut waren, begann es zu stürmen und regnen, deshalb und weil wir an diesem Tag weit gefahren sind, gingen wir früh zu Bett.

Der nächste Tag war Ruhetag. Nach einen leckeren englischen Frühstück mit albanischen Einschlag wurden kleine Reparaturen an unseren Autos durchgeführt, div. Flüssigkeiten aufgefüllt und die Autos umgeräumt für den Offroadeinsatz der in den nächsten Tagen kommen würde. Die ersten Fotos wurden hochgeladen, die Sonne genossen. Das Restaurant am Campingplatz war zwar sehr klein, aber absolut günstig , die Portionen üppig, das Bier süffig…wir kamen mit einigen anderen Touristen ins Gespräch – viele waren Stammgäste auf diesem Campingplatz – es waren wieder alle Gefährte vertreten –Fahrradtouristen genauso wie würstenbereite Offroad LKW’s, Pensionisten mit Wohnmobilen und Motorradurlauber und natürlich Offroadfahrer – Defender – Landcruiser – alles war vertreten.

Am 24.9. wollten wir uns einen Weg Richtung Osten suchen. Wir wollten dabei größere Bundesstraßen und Städte meiden und uns mehr an Straßen der Kategorie 2 und 3 halten. Wir wussten nicht genau, was auf uns zukam – wir sollten bald eines besseren belehrt werden….

Kategorie 2 Straßen sind Feldwege, Kategorie 3 Straßen sind alte Feldwege die zwar viel befahren , aber nur notdürftig repariert werden. Nach dem einbiegen auf einen solchen Weg, standen wir bald vor dem ersten Graben. Der Weg hinunter war steil, zum Teil stark ausgewaschen, aber dank unserer Autos konnten wir die Passage gut meistern. Wir trafen einen Albaner, der mit seinem Packesel, einer Kuh und einem Hund unterwegs war. Er deutete uns, dass der Weg für Autos nicht weiterging. Zunächst verstanden wir nicht, was er genau meinte, also fuhren wir weiter, um kurz danach festzustellen, dass der Weg durch einen Strommasten versperrt war. Also drehten wir um, durchfuhren wieder unseren „gefürchteten“ Graben und zurück auf eine asphaltierte Straße. Nach einer kurzen Besprechung entscheiden wir uns, einen Berg hinaufzufahren, die Schotterstraße war zwar zum Teil nur sehr grob geschottert und auch hier hatte der Regen der letzten Tage einigen Schaden angerichtet, aber wir kamen gut voran und hatten immer wieder wunderschöne Panoramaaussichten über den Komanstausee zum Beispiel. Da es schon relativ spät war, entschieden wir uns, wieder zurück zu unserem Campingplatz zu fahren und dort die Nacht zu verbringen.

Am 25.9. regnete es immer wieder, mal schwächer, mal stärker. Wir fuhren durch Kukes, dann weiter über eine Transitroute mit vielen LKW, dann wechselten wir auf eine Straße der Kategorie 3. Durch den Dauerregen waren die Straßen eigentlich nur mit 4x4 befahrbar, aber immerwieder kamen uns alte Mercedes Busse oder rumänische Kleinwagen entgegen, die über diese Straßen getrieben wurden. Als dann nach einer gefühlten Ewigkeit ein Campingplatz in 2 km Entfernung angeschrieben war, war uns allen eine gewisse Erleichterung anzumerken, allerdings hatten es diese beiden Kilometer in sich. Es ging stark bergauf und durch den vielen Regen waren die Straßen stark ausgewaschen und herausfordernd zu fahren. Der Stellplatz befand sich auf einen Biobauernhof und leider war auf dem ganzen eingezäunten Gelände kein ebener Platz frei. So entschieden wir uns außerhalb auf einer Wiese zu nächtigen. Die Betreiber des Biohofes versorgten uns mit trockenem Feuerholz, selbstgemachtem Topfen und Ziegenkäse. Er und seine Frau blieben noch ein wenig bei uns und wir plauderten über unsere Route, wo wir herkamen und wo wir noch hinwollten und warnten uns vor Wölfen, die in den Wäldern lebten und in der Nacht auch gerne die Häuser heimsuchen würden.

Als es wieder zu regnen begann, verkrochen wir uns in unsere Schlafsäcke. Es regnete die ganze Nacht mehr oder weniger stark weiter.

26.9. am Morgen hörte es zwar zu regnen auf, aber uns hielt nichts mehr auf dem Standplatz. Wir wollten weiter zum Ohrid Stausee – wieder wurden Kilometer gefressen. Wir überquerten die Grenze nach Mazedonien und waren dann rasch am Ohrid Stausee, wo wir einen vereinsamten Campingplatz fanden. Ein Wächter sperrte uns auf und ließ uns am Campingplatz übernachte, er sperrte uns sogar die Toiletten und Duschräume auf.

Wir genossen einen wunderschönen sonnigen Nachmittag am See, bauten unsere Zelte und Betten auf und kochten was leckeres Abendessen am Lagerfeuer.

Die letzten Tage blieben wir am Ohridstausee, einmal übernachteten wir direkt im Nationalpark und die letzten beiden Nächte im Park des Hotel Europa, der als Campingstellplatz umfunktioniert wurde. Der Nationalpark bietet jede Menge Möglichkeiten, offroad zu fahren – und das ganz legal und problemlos.

Am 30.9. hieß es dann Abschied nehmen. Unsere Gruppe trennte sich – Marie, Koal und Boon fuhren weiter Richtung Griechenland – Dani, Stefan, Willi, Flocki und Ich fuhren Richtung Heimat. Die ca. 1400 km nach Hause fuhren wir in einem Rutsch durch und waren am 1.10. früh morgens zuhause.

Abschließend muss ich sagen, dass ich von Albanien, aber vor allem von Mazedonien sehr positiv angetan war, die Leute sind durchwegs sehr nett und zuvorkommend, die meisten haben nicht sehr viel , aber wir hatten immer wieder das Gefühl, dass sei das wenige , was sie haben, jederzeit mit uns teilen würden.

Die Transitrouten sind gut ausgebaut, allerdings auch stark befahren, die Straßen der Kategorie 2 und 3 sind im Großen und Ganzen gut zu befahren, vor allem auch, weil wir immer wieder kleine Bautrupps sagen, die die Straßen notdürftig instand setzen. Das fehlende Material und die fehlenden Maschinen machten die mit Engagement wett.

[Bericht von Christoph]